Achterbahn der Emotionen

Rund ein Jahr dauerten die Vorbereitungen, alle waren bis zuletzt enorm gefordert, doch der Aufwand hat sich gelohnt: Die Musikgesellschaft Muri sorgte mit dem Oratorium “Mater Aeterna” für einen kulturellen Höhepunkt.

Von Chregi Hansen

Nach dem letzten Ton war es eine Zeit lang ruhig. Dann setzte der Applaus ein. Erst noch zurückhaltend. fast schon bescheiden. Und auf den Gesichtern der Musiker und Sängern machte sich Verunsicherung breit. War das Publikum mit dem Gebotenen vielleicht überfordert?
Doch nach und nach schwoll das Klatschen zu einem richtigen Orkan an und wollte nicht mehr enden. Und endlich erhoben sich die Zuhörer von den Sitzen. Es war, als müsste das Publikum erst erwachen. Sich wieder fangen nach dieser musikalischen Achterbahn der Gefühle. Komponist Bert Appermont will mit seiner Musik berühren, will “Spannung, Leiden, Verzweiflung, aber auch Hoffnung und Liebe” vereinen. Sein Ziel – das steht nach der Premiere fest – hat er mit diesem Werk erreicht.
Mit dem anschwellenden Applaus löste sich auch der Druck auf der Bühne. Plötzlich war der Kirchenraum erfüllt vom Strahlen und der Freude aller Beteiligten. Weg war die anfängliche Nervosität, vergessen die harten und langen Probenarbeiten. Rund ein Jahr dauerten die Vorbereitungen. In diesem Jahr mussten viele Klippen umschifft werden. Musiker galt es zu motivieren, wenn sie an den Schwierigkeiten des Stückes verzweifelten. Die Chöre mussten ersetzt werden. Verschiedene Einzelteile zu einem Ganzen zusammengefügt werden. Doch all das war jetzt weit weg. “Freude muss nun triumphieren, über Trümmer, über Leid”, sang der Chor am Schluss. Und die Freude triumphierte an diesem Abend in Muri.