Chor mit Orgelmacht
Pirmin Lang verband unmittelbar Werke von Duruflé und Arvo Pärt und legte gemeinsame Wurzeln, aber auch Unterschiede bloss.
Von Fritz Schaub
Der 1935 geborene Este Arvo Pärt und der Franzose Maurice Duruflé (1902 bis 1986) liegen mehr als eine Generation auseinander. Aber beide besannen sich auf mittelalterliche Musik, Pärt auf den Choral, Duruflé auf die Gregorianik. Trotz Gemeinsamkeiten: Es gibt auch radikale Unterschiede.
Pärt arbeitet mit einfachen Melodieführungen, mit Tönen, die den Raum von der dunkelsten Tiefe bis zur höchsten Höhe durchwandern, ohne Veränderung in Dynamik und Tempo. So sehr das fasziniert – mit dem Jugendchor molto cantabile auf der rückwärtigen Empore der Kirche St. Johannes Würzenbach, dem G.-F.-Händel-Chor vorne unmittelbar vor der Orgel, dazu Klavier, Streichorchester (das Orchester Santa Maria) und Tonband -, so stellt sich mit der Zeit doch Monotonie ein.
Einfach, eingängig, aber nicht leicht auszuführen. Schon die Koordinationsprobleme löste der Dirigent Pirmin Lang souverän. Während beim G.-F.-Händel-Chor einige Einsätze nicht intonationsrein gelangen, löste der Chor auf der Empore mit rabenschwarz grundierten Bässen und ätherisch schwebenden Frauenstimmen seine Aufgabe hervorragend.
Gleissendes Fortissimo
Aus der mystischen Stille bei Pärt liess Lang das „Te Deum“ von Durufle herauswachsen. Da erlebte man ein Chorwerk (an der Orgel: Martin Heini) von ganz anderem Gewicht. Als postromantisches, wie eine mächtige Orgel klingendes Tongemälde bot es auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten.
Das Werk kennt zwar intime Momente, erzeugt aber in gewaltigen dramatischen Steigerungen eine Klangmacht sondergleichen. Selbst beim gleissendsten Fortissimo bewahrte der Klang Kompaktheit und Strahlkraft. Sehr homogen setzten sich die wechselseitig eingesetzten Frauenchöre in Szene. Ansprechend fügten sich ein Knabensopran der Luzerner Singknaben (im “Pie Jesu“) und der Bariton Andreas Felber in den Gesamtkörper ein.












