Meisterkurs im Musikdorf Ernen (VS) vom 9. - 14. Oktober 2005
Liebes Tagebuch von molto cantabile
Der Meisterkurs im 500 Seelendorf Ernen kann als erste Etappe unseres Herbstmarathons angesehen werden. Dieser Marathon führte uns für eine Woche ins Wallis, dann für ein Konzert ins Schloss Heidegg, nach Glarus an den Schweizerischen Chorwettbewerb und als letzter Teil dann nach Tolosa, ins Baskenland.
Treffpunkt für die Abreise nach Ernen war um 9.00 Uhr bei der Spitalmühle, von wo wir dann mit einer kleinen Verspätung, verursacht durch ein Mitglied des Chores (Name der Redaktion bekannt), im Car losfuhren. Vielleicht sollte hier noch beigefügt werden, dass die Sänger von den Luzerner Singknaben schon in der Woche zuvor ein intensives Chorlager durchlebten und erst am Vortag zurückkehrten.
Obwohl uns eine wunderschöne Passfahrt über den Brünig- und Grimselpass erwartete, schob man schon nach kurzer Reisezeit den Film American Pie 3 in den DVD-Player. Scheinbar mussten wir „bestraft“ werden…
Item, in Ernen angekommen wurden wir sogleich vom freundlichsten Menschen des Goms, Francesco Walter, willkommen geheissen. Er ist Präsident des Vereins Ernen Musikdorf und war auch für unser Wohlbefinden der besagten Woche zuständig. Konkret hiess das, für uns wurde das Hotel Alpenblick reserviert und wegen der grossen Teilnehmerzahl sogar eine Zweitwohnung zur Verfügung gestellt (bald als das Partylokal schlechthin – auch für Musiker aus Brasilien oder Südkorea – bekannt).
Vielleicht sollte an dieser Stelle kurz die Idee dieses Meisterkurses kurz erläutert werden. Das Ernen Musikdorf ermöglicht es alljährlich einem Chor in ihre wunderschöne Gegend zu reisen und mit Frau Monica Buckland – Chorleiterin am Konservatorium in Sion – eine Woche spannender Chorarbeit zu durchleben. Intensives Arbeiten ist Pflicht und die Kommentare der SängerInnen während der Proben („Sind wir gesunken?“/ „Ist das Wetter nicht traumhaft?“/ „Ich muss mal pinkeln gehen“/ „Was ist ein Cluster überhaupt“?) mussten sehr bald eingestellt werden. Dies erscheint streng, doch in Anbetracht dessen, dass wir viel lernten, Kost & Logis hatten und es eigentlich gar nicht so streng war… gar nicht mal so schlecht!
Auch zwischenmenschliches hatte Platz, am zweiten Tag ging es sogleich einmal zum Powerwalk Richtung Mühlebach, wo wir in der Kapelle ein Locus iste und andere Repertoire Stücke zum erklingen brachten (und auf Eva`s Tränendrüse drückten). Es gab viel Partien Tichu und Hearts. Das Eggishorn ob Fiesch wurde „bestiegen“, um die traumhafte Aussicht über den noch vorhandenen Aletschgletscher zu geniessen.
Ein wenig Wetter-talk darf ja nie fehlen, daher soll hier noch gesagt werden, dass das Wetter die ganze Woche hindurch traumhaft war. Und zum Erstaunen aller erlaubte uns Monica gerne einmal an einem Nachmittag einfach frei zu nehmen und am Abend weiter zu proben.
Als würdigen Abschluss dieser schönen Woche gabs dann am Freitag noch ein Konzert vor sogar recht vielen Leuten. Auch eine kleine Fan-Fraktion von molto cantabile aus Luzern liess es sich nicht nehmen, unserem Gesang zuzuhören und die wunderbare Herbststimmung zu geniessen.
An dieser Stelle möchte ich dem Verein Ernen Musikdorf, dem Hauptsponsor Jürg Müller und allen Beteiligten für eine unvergessliche Woche danken. Es war wunderbar und vielleicht auch etwas unbeschreiblich. Wenn ich von einem Glücksfall spreche, tue ich das hoffentlich im Namen aller und hoffe sagen zu dürfen, dass wir sicherlich nicht zum letzten Mal in Ernen waren…
Von Thomas Suter













